Vielfalt spielt eine zentrale Rolle in der KI-Forschung und ist entscheidend für faire KI-Systeme. Im Interview spricht Dr. Kinga Schumacher unter anderem darüber, warum Diversität und Inklusion für sie persönlich wichtig sind und welchen Hürden sie als Leiterin der AG Diversity and Gender Equality begegnet.
Was bedeutet Diversität für dich?
Vielfalt bedeutet für mich, voneinander zu lernen. Unterschiedliche Perspektiven inspirieren, und sie bereichern die Zusammenarbeit – fachlich, menschlich und kreativ.
Warum liegen dir die Themen Diversität und Inklusion am Herzen?
Diversität und Inklusion liegen mir am Herzen, weil Fairness für mich eine Grundhaltung ist. Niemand sollte aufgrund von Geschlecht, Herkunft oder anderer Merkmale benachteiligt werden – im Gegenteil: Unterschiedliche Perspektiven machen uns als Team stärker.
Welche Rolle spielt Diversität in deinem (Arbeits-)Alltag?
Diversität spielt in meinem Arbeitsalltag ständig eine Rolle – oft ganz selbstverständlich. Die Zusammenarbeit mit Kolleg:innen aus unterschiedlichsten Kulturen, Altersgruppen, Geschlechtern usw. prägt unseren Austausch, Handlungen, inspiriert neue Denkweisen und hilft dabei, eigene unbewusste Vorurteile zu hinterfragen.
Neben der Zusammenarbeit spielt Diversität auch in der Forschungsarbeit eine große Rolle, denn menschenzentrierte KI zu entwickeln, bedeutet faire KI-Systeme zu entwickeln.
Welche positiven Entwicklungen konntest du in den letzten Jahren in Bezug auf Diversität und Inklusion beobachten?
In den letzten Jahren habe ich in der KI-Forschung und im Tech-Umfeld ein deutlich gestiegenes Bewusstsein für Diversität und Inklusion wahrgenommen, sowohl technologisch als auch gesellschaftlich motiviert. Das zeigt sich zunehmend in der Art, wie wir über Daten, Modelle und Ethik sprechen – und ebenso in einem sensibleren Umgang miteinander im wissenschaftlichen Alltag. Es ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Reflexion darüber, welche gesellschaftliche Werte wir in unserem Arbeitsalltag leben und welche Perspektiven wir in Technologie abbilden möchten.
Du leitest die AG Diversity and Gender Equality am DFKI. Welche Herausforderungen begegnen dir da in deiner Arbeit?
Eine der größten Herausforderungen ist, dass viele Mechanismen von Ungleichheit und Diskriminierung subtil und oft unbewusst wirken. Hinzu kommt, dass das Verständnis für eigene Privilegien nicht selbstverständlich ist und oft erst durch bewusste Auseinandersetzung entsteht. Es braucht daher kontinuierliche Reflexion, Sensibilisierung und die Bereitschaft, eigene Annahmen zu hinterfragen. Zudem brauchen Veränderungen Zeit und sind nicht immer sofort sichtbar.
Gerade in der KI-Forschung haben wir die besondere Herausforderung, solche gesellschaftlichen Muster zu erkennen und auch in unserer Forschungsarbeit mitzudenken, weil sie sonst unbemerkt in Technologien einfließen können.
Die Arbeitsgruppe Diversity & Gender Equality ist eine eigenständige Organisationseinheit im DFKI, in der Mitglieder aus unterschiedlichen Forschungs- und Verwaltungsbereichen vertreten sind. Ziel der AG ist es, Vielfalt und Gleichstellung am DFKI zu stärken – sowohl innerhalb der Organisation als auch in der Forschungsarbeit unter dem Leitthema „KI für den Menschen“.
Der Charta der Vielfalt e. V. ist Deutschlands größte Initiative für Vielfalt und Inclusion am Arbeitsplatz.
Seit 2006 setzt sich der gemeinnützige Verein für die Verankerung von Vielfalt in Wirtschaft und Gesellschaft ein und fungiert als Agenda-Setter für Diversity-Management in Deutschland.

