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DFKI-Forscher ordnet UN-Bericht zum Umweltfußabdruck von Künstlicher Intelligenz ein

| Umwelt & Energie | Lernende Systeme | Sensorik & Netzwerke | Smart Service Engineering | Saarbrücken

Der neue UN-Bericht zu den Umweltfolgen von KI hat die Debatte um den Ressourcenverbrauch von Rechenzentren erneut befeuert. Im Fokus stehen der Energiebedarf, der Wasserverbrauch und die CO₂-Emissionen beim Training und Betrieb generativer KI-Systeme. Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Maaß, Leiter des DFKI-Forschungsbereichs Smart Service Engineering und Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik an der Universität des Saarlandes, ordnet die Studie ein und verweist auf ESCADE als konkreten Ansatz für mehr Transparenz und Effizienz.

© adobestock.com

Der Bericht der Universität der Vereinten Nationen (UNU) befasst sich mit den Umweltauswirkungen künstlicher Intelligenz und richtet den Blick vor allem auf generative KI-Modelle wie ChatGPT, Claude oder DeepSeek. Untersucht werden unter anderem der Ressourcenbedarf von Rechenzentren für Training und Betrieb sowie der damit verbundene CO₂-Ausstoß. Mit der zunehmenden Nutzung generativer KI steigen auch die benötigten Rechenkapazitäten für Inferenz und Training.

Prof. Maaß begrüßt die Debatte grundsätzlich, sieht den Bericht jedoch in Teilen kritisch. „Der Bericht leistet einen nützlichen Beitrag, indem er Verbrauchsgrößenordnungen erstmals systematisch zusammenstellt und für ein breiteres Publikum greifbar macht“, sagt er. Zugleich betont er: „Die im Bericht genannten Zahlen sind in ihrer Größenordnung plausibel, jedoch methodisch schwer reproduzierbar.“

Genau an diesem Punkt setzt das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Projekt ESCADE an. Das DFKI erforscht darin energie- und kosteneffiziente Ansätze für den Betrieb von KI-Anwendungen in Rechenzentren. Mit dem Demonstrator EAVE werden Energieverbrauch, CO₂-Emissionen und Betriebskosten unterschiedlicher Modell-, Hardware- und Standortkonfigurationen vergleichbar gemacht.

Damit adressiert ESCADE zentrale Transparenz- und Entscheidungsfragen, die auch im Kontext des UN-Berichts relevant sind. Die wissenschaftlichen Grundlagen und Designprinzipien wurden unter anderem in einer CAiSE-Publikation zu energie- und kosteneffizienten AI Operations beschrieben. So trägt das Projekt dazu bei, die Umweltwirkungen von KI nicht nur zu diskutieren, sondern auch messbar und praktisch vergleichbar zu machen.

„Der Energieverbrauch von KI-Rechenzentren ist real und wachsend, aber gegenwärtig nicht das dominante Klimaproblem“, sagt Maaß. Entscheidend sei es daher, technische Entwicklung, Standortwahl und regulatorische Rahmenbedingungen gemeinsam zu betrachten. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Bedeutung, wie KI-Systeme künftig so gestaltet werden können, dass ihr Nutzen nicht auf Kosten unnötig hoher Ressourcenverbräuche entsteht.
 

Contact:

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Maaß

Forschungsbereichsleiter Smart Service Engineering, DFKI