Die 5. ELRC-Konferenz: Mehrsprachigkeit – ein Muss für Europa

Am 10. März haben sich Menschen aus ganz Europa (und darüber hinaus) zur Fünften ELRC-Konferenz versammelt. Organisiert von der DFKI-Gruppe Daten & Ressourcen des MLT-Forschungsbereichs in Saarbrücken, brachte die Online-Veranstaltung mehr als 450 Teilnehmer aus verschiedenen Sektoren zusammen, darunter europäische KMUs, öffentliche Dienste sowie Vertreter aus der Forschung und der Sprachtechnologie-Industrie.

In ihrer Begrüßungsrede betonte June Lowery-Kingston, Referatsleiterin des Bereichs „Zugänglichkeit, Mehrsprachigkeit und Safer Internet“ bei der Europäischen Kommission:  
„Europa braucht Mehrsprachigkeit, und Europa braucht leistungsfähige Sprachtechnologien made in Europe for Europe“. Und um dies zu erreichen, sind Sprachdaten essentiell. Unter dem Leitmotto "...because #languagedatamatters" setzte die ELRC-Konferenz einen thematischen Schwerpunkt auf Datenqualität und die Weiterverwendung von Sprachdaten und zeigte sowohl die rechtliche als auch die technische Perspektive auf, wenn es um die Validierung, Kuratierung und Anonymisierung von Sprachressourcen geht. Für kleinere Sprachen ist die Entwicklung von Sprachtechnologie und das Training der maschinellen Übersetzung aufgrund des Mangels an verfügbaren Daten viel schwieriger. Im schlimmsten Fall könnte dies zum digitalen Aussterben kleinerer Sprachen führen. Deshalb widmete sich die ELRC-Konferenz ach der Datensammlung für Sprachen mit geringen Ressourcen. Vorgestellt wurden von der EU geförderte Projekte, die sich auf Sprachen wie Norwegisch, Maltesisch oder Albanisch konzentrieren (z. B. MaCoCu und PRINCIPLE) sowie Translators without Borders, eine Organisation, die sich „für eine Welt einsetzt, in der Wissen keine Sprachbarrieren kennt". 

Die Konferenz machte auch deutlich, dass Europa unabhängiger von digitalen Lösungen von außerhalb der EU werden muss. Dies ist nicht nur für die europäische Industrie und die Autonomie Europas wichtig, sondern auch für die Sicherheit und Privatsphäre der EU-Bürger. In diesem Zusammenhang spielt auch die European Language Resource Coordination eine Schlüsselrolle: Die im Rahmen von ELRC gesammelten Daten tragen dazu bei, die Qualität von CEF eTranslation zu verbessern und seine Abdeckung und Funktionalitäten zu erweitern - und durch ihre zahlreichen Veranstaltungen schafft die Initiative ein Bewusstsein für den Wert von Sprachdaten und stärkt das technische und rechtliche Know-how potenzieller Datengeber.

Die rekordverdächtige Teilnehmerzahl und die interaktiven Diskussionen markierten einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem mehrsprachigen Europa und zeigten das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung von Sprachdaten und Sprachtechnologie. Die Aufzeichnung der Konferenz ist auf Youtube verfügbar. Alle Präsentationen können auch von der Veranstaltungsseite heruntergeladen werden. 


Über ELRC
Die European Language Resource Coordination (ELRC) wurde 2015 von der Europäischen Kommission initiiert. Unter der Leitung von Dr. Andrea Lösch (Forschungsbereich Mehrsprachigkeit und Sprachtechnologie, DFKI) konzentriert sich ELRC auf die Sammlung und Bereitstellung von Sprachressourcen und zielt darauf ab, die Qualität, Leistung und Sprachabdeckung von eTranslation, dem maschinellen Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission, zu verbessern.

Mehr Informationen
https://www.lr-coordination.eu

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Kontakt:

Dr. Andrea Lösch, M.A. M.Sc.

Mehrsprachigkeit und Multilingualität, DFKI, Forschungsbereich MLT

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
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