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Berlin 6G Conference 2026: DFKI bringt Forschung für sichere und anwendungsnahe 6G-Netze nach Berlin

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Noch bevor die internationale Standardisierung von 6G beginnt, werden in Berlin die technologischen und politischen Weichen gestellt. Das DFKI zeigt auf der Berlin 6G Conference, wie KI künftig Kommunikationsnetze absichern, vernetzte Baustellen unterstützen und die digitale Versorgung von Patientinnen und Patienten verbessern kann.

© 6G-Plattform

Berlin, 8. September 2026 – Die nächste Mobilfunkgeneration wird nicht allein über höhere Datenraten entscheiden. Sie wird bestimmen, wie belastbar digitale Infrastrukturen sind, wie sicher kritische Anwendungen kommunizieren und wie eng Künstliche Intelligenz künftig mit Netzen verzahnt ist. Auf der vierten internationalen Berlin 6G Conference sind zwischen dem 8. und 10. September rund 1.000 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammengekommen, um diese Fragen zu verhandeln.

Der Zeitpunkt ist strategisch: 2027 sollen die internationalen Standardisierungsarbeiten für 6G beginnen. Bis dahin müssen technische Grundlagen, Sicherheitsanforderungen und gemeinsame Positionen abgestimmt werden. Deutschland arbeitet dazu mit Partnern in Europa, den USA und Japan an offenen, sicheren und interoperablen Kommunikationssystemen.

„6G ist entscheidend für unsere technologische Souveränität, für unsere wirtschaftliche Souveränität und auch für unsere sicherheitspolitische. Wir haben daher 6G fest im Blick und in unserer Hightech Agenda Deutschland fest verankert.“ 

Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt 

Quelle: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), 8. September 2026.

Prof. Dr. Hans D. Schotten, Leiter des Forschungsbereichs Intelligente Netze am DFKI und Vorsitzender der 6G-Plattform Deutschland

„Der Weg zu 6G kann nur im Zusammenspiel von Forschung, Industrie, Politik und internationalen Partnern gelingen. Die Berlin 6G Conference zeigt eindrucksvoll, wie eng diese Akteure bereits heute zusammenarbeiten, um die nächste Generation leistungsfähiger, vertrauenswürdiger und resilienter Kommunikationssysteme zu gestalten.“

Prof. Dr. Hans D. Schotten, Leiter des Forschungsbereichs Intelligente Netze am DFKI und Vorsitzender der 6G-Plattform Deutschland

Für das DFKI ist die Konferenz deshalb mehr als ein Forum für die strategische Debatte. Wissenschaftler präsentieren Projekte und Demonstratoren, die zeigen, welche Rolle KI in künftigen Mobilfunknetzen übernehmen kann – von der Netzsicherheit über industrielle Assistenzsysteme bis zur medizinischen Versorgung.

KI wird Teil der Netzinfrastruktur

6G-Netze sollen nicht nur Kommunikation transportieren. Sie werden zunehmend selbst zu intelligenten, anpassungsfähigen Systemen. Der Open6GHub+ zeigt in Berlin gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie, wie sich KI-Komponenten, offene Software und neue Hardwarearchitekturen für die Kommunikationsnetze der Zukunft zusammenführen lassen. Die Initiative 6G4All ergänzt diese Forschungsperspektive um eine anwendungsnahe technische Basis. Gemeinsam mit internationalen Industriepartnern werden kosteneffiziente Hardware und Open-Source-Werkzeuge vorgestellt, die neue Mobilfunktechnologien frühzeitig zugänglich machen und ihren Weg aus dem Labor in Entwicklung und Anwendung verkürzen sollen.

Im Projekt IGEL-AI untersucht das DFKI, wie KI Angriffe in künftigen 6G-Netzen früher erkennen und Sicherheitsmechanismen dynamisch anpassen kann. Die Forschenden arbeiten dabei nicht nur auf der Ebene klassischer Netzwerkarchitekturen, sondern bereits auf der physikalischen Übertragungsebene. Gezeigt werden Verfahren zur Anomalieerkennung sowie zur intelligenten Auswertung von Kanalinformationen aus unterschiedlichen Kommunikationstechnologien.

„6G wird nicht einfach ein schnelleres Mobilfunknetz sein. KI wird zunehmend Teil der Netzarchitektur und verändert damit auch, wie wir über Sicherheit in zukünftigen Kommunikationsnetzen denken müssen. Mit IGEL-AI erforschen wir dieses Zusammenspiel von der physikalischen Übertragung bis zur Netzwerkebene: Wir untersuchen, wie KI zur Erkennung von Angriffen und für adaptive Sicherheitsmechanismen beitragen kann und zugleich, wie sie bestehende Angriffsflächen verändert oder neue entstehen lässt“, sagt Jan Herbst, Forschender im DFKI-Forschungsbereich Intelligente Netze.

Wie sich diese Technologien in industriellen Umgebungen nutzen lassen, zeigt das Exponat „6G-Enabled Human-Centric Construction Assistance“. Gemeinsam mit 6GEM+ und Open6GHub+ präsentiert das DFKI ein Szenario für vernetzte Baustellen: Kommunikation, Sensorik und Assistenzsysteme sollen dort so zusammenspielen, dass Beschäftigte im Arbeitsalltag gezielt unterstützt werden.

Kommunikation für Versorgung und Resilienz

Mit PATHCARE richtet das DFKI den Blick auf die Rettungs- und Versorgungskette. Das Projekt untersucht, wie die Verbindung von 6G-Kommunikation, Sensorik und KI Telemonitoring, Telemedizin und den Datenaustausch zwischen medizinischen Akteuren unterstützen kann. Entscheidend ist dabei nicht allein die Übertragung großer Datenmengen, sondern ihre verlässliche und situationsgerechte Verfügbarkeit – etwa dort, wo medizinische Entscheidungen unter Zeitdruck getroffen werden. 

Auch das europäische Leuchtturmprojekt SUSTAINET war auf der Konferenz vertreten. Das DFKI leitet darin die Projektsäule Guardian und arbeitet an sicheren sowie resilienten Kommunikationssystemen. Gemeinsam mit den Projektpartnern werden aktuelle Entwicklungen und Demonstratoren präsentiert.

Christoph Lipps, Teamleiter Cybersecurity & Resilience im DFKI-Forschungsbereich Intelligente Netze: „Die Sicherheit kritischer Infrastrukturen ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Kommunikationsnetze, digitale Dienste und vernetzte Systeme bilden das Rückgrat moderner Gesellschaften. SUSTAINET_guardian zeigt, wie internationale Forschungspartnerschaften dazu beitragen können, Resilienz, Cybersicherheit und technologische Souveränität nachhaltig zu stärken.“

Standardisierung braucht Forschungserfahrung

Mit dem Start der internationalen Standardisierung wird sich entscheiden, welche technologischen Prinzipien, Schnittstellen und Sicherheitsanforderungen 6G künftig prägen. Forschung muss deshalb frühzeitig in die technischen und politischen Abstimmungsprozesse eingebracht werden. Die Berlin 6G Conference bringt dafür Akteure zusammen, die künftig gemeinsam Standards, Komponenten und Anwendungen entwickeln werden. Für das DFKI ist sie zugleich ein Ort, an dem sich zeigen lässt: Die Fragen von Netzintelligenz, Sicherheit, industrieller Wertschöpfung und digitaler Daseinsvorsorge gehören in der Entwicklung von 6G untrennbar zusammen.

Contact:

Prof. Dr.-Ing. Hans Dieter Schotten

Leiter des Forschungsbereichs Intelligente Netze und Vorsitzender der 6G-Plattform Deutschland, DFKI

Press contact:

Communications & Media Kaiserslautern