In industriellen Umgebungen liegt Prozedurwissen häufig verteilt vor: proprietären Vorlagen und vor allem in den Köpfen erfahrener Fachkräfte. Die neuen PERKS-Werkzeuge schließen diese Lücke durch ein dreistufiges Ökosystem aus automatischer KI-basierter Extraktion, manueller und semi-automatischer Wissenserfassung sowie einer menschzentrierten Validierung. Ein modulares multimodales KI-Framework analysiert Dokumente in den Formaten PDF, Excel, Markdown und XML in mehreren Sprachen und verknüpft Prozedurschritte automatisch mit zugehörigen Schemata und Abbildungen.
Das Framework unterstützt verschachtelte und zyklische Prozeduren sowie template-basierte Instantiierung. Kontrollierte Vokabulare – etwa für Werkzeuge und Schutzausrüstung – werden dynamisch aus dem Wissensmanagementsystem bezogen. Eine mehrschichtige, konfigurierbare Validierungsworkflow-Plattform ermöglicht auditsichere Freigabeprozesse auf einem On-Premise-System und gewährleistet so die Vertraulichkeit sicherheitskritischer Verfahren. Rückmeldungen aus dem Betrieb lösen automatisch Überprüfungsaufgaben aus – ein Mechanismus, der den gesamten Wissenslebenszyklus schließt.
„Die zweite Version zeigt, wie hybride KI für prozedurales Wissen in der Praxis aussieht: Automatisierung, die sich an die tatsächlich genutzten Dokumente, Daten und Sprachen der Industrie anpasst – kombiniert mit Validierungsabläufen, die dem Freigabeprozess sicherheitskritischer Verfahren gerecht werden."
Günter Neumann, DFKI, Leiter der PERKS-Aktivitäten zur Wissenserfassung
Validiert wurden die Werkzeuge anhand realer Anwendungsfälle wie Lockout/Tagout-Verfahren und CNC-Inbetriebnahme. Die Ergebnisse belegen, wie Industry-5.0-Organisationen betriebskritisches Wissen schnell, mehrsprachig und nachvollziehbar erfassen und über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg vertrauenswürdig pflegen können.

