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Project | RegioGuard-PRO

Duration:

KI-gestütztes Cockpit für das regionale Bevölkerungsschutz-Management

Wie können Kommunen und Behörden in Krisensituationen schneller und fundierter entscheiden? Wie lassen sich unterschiedliche Datenquellen zu einem klaren Lagebild zusammenführen? Und wie können mögliche Kaskadeneffekte in kritischen Infrastrukturen frühzeitig erkannt werden?

Durch Starkregen, Waldbrände, Stromausfälle sowie ähnliche Krisen und Katastrophen zeigt sich die Verwundbarkeit unserer hochvernetzten und komplexen Strukturen in Gesellschaft und Wirtschaft. Immer wichtiger wird deshalb die Frage, wie sich Kommunen wappnen können, um einen wirksamen Bevölkerungsschutz zu gewährleisten sowie schnell und passgenau auf Gefahren zu reagieren. RegioGuard-PRO bündelt dazu Ergebnisse und anschließende Forschungsbedarfe der Vorgängerprojekte AKRIMA (DFKI, TH Wildau, Aimpulse) und HERAKLION (Fraunhofer EMI, Universität Freiburg) zur Praxisumsetzung eines KI-gestützten regionalen Bevölkerungsschutz-Management-Cockpits.

Das Vorhaben RegioGuard-PRO hat zum Ziel, ein KI-gestütztes Cockpit zum Bevölkerungsschutz-Management für kommunale Akteure sowie Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) bereitzustellen und unter Einsatzbedingungen zu erproben. Das Cockpit soll die Informationsbereitstellung und die Kommunikation zwischen Akteuren durch KI-Assistenz in akuten Lagen sowie die Vorbereitung darauf durch szenarienbasierte Planung unterstützen. Als Voraussetzung hierfür ergeben sich die folgenden Fragestellungen und Forschungsbedarfe, welche in Kooperation mit den genannten Zielgruppen für eine Praxisumsetzung identifiziert wurden.

  1. Wie lassen sich Daten, Analysen und KI-basierte Unterstützung in eine gemeinsame, erweiterbare Plattform für den regionalen Bevölkerungsschutz einbetten, die intuitiv bedienbar sowie für den Praxiseinsatz bei Kommunen und BOS verfügbar und erprobt ist? Hierzu werde verschiedene Datenmodelle miteinander integriert und gemeinsame Schnittstellen für die Anbindung von Analysediensten an eine robuste KI-Engine geschaffen. Zum Praxistransfer und -einsatz werden Demonstrationszentren bei ausgewählten Anwendern eingerichtet, in denen das Cockpit mittels Workshops und Übungen validiert und den Zielgruppen anwendergerecht und praxisnah erlebbar gemacht wird.
  2. Wie können bestehende Verfügbarkeits- und Resilienzanalysen für KRITIS auf sektorübergreifende Kaskadeneffekte erweitert werden, so dass auch Sekundärgefahren aufgezeigt werden und vorausschauenderes koordiniertes Handeln in einer Lage ermöglicht wird? Für vorausschauendes koordiniertes Handeln werden KI-gestützte Analysewerkzeuge (weiter-) entwickelt und in die Assistenzfunktionen des RegioGuard-Cockpits eingebettet. Das Cockpit soll diese in einem digitalen Lagebild vereinheitlichen und mittels bedarfsgesteuerter Informationsbereitstellung durch moderne KI-Sprachinteraktion in einem Empfehlungssystem bereitstellen.
  3. Wie lassen sich erweiterte Analysen in Was-wäre-wenn-Szenarien zur intelligenten Assistenz bei der Erstellung, Anpassung und Prüfung von Alarm- und Einsatzplänen einsetzen? RegioGuard-PRO setzt auf eine integrierte Ressourcen- und Prozessplanung sowie Resilienzanalysen zur Aufstellung und Optimierung von Alarm- und Einsatzplänen. Dazu werden KI-gestützt Was-wäre-wenn-Szenarien entwickelt, um Handlungsoptionen zu ermitteln, in die Lagebewertung zu integrieren und den präventiven Bevölkerungsschutz zu stärken.
  4. Wie lassen sich kausale Zusammenhänge zwischen Resilienzindikatoren identifizieren, bereitstellen und Charakteristika von einer Region auf eine andere übertragen, so dass resilienzsteigernde Planung und ein Lernen voneinander möglich wird? Für eine resilienzorientierte Regionalentwicklung werden Korrelationsanalysen und kausale Zusammenhänge kombiniert, aus denen sich zielgerichtete Maßnahmen für die Langfristplanung ableiten lassen. Außerdem werden Resilienzcharakteristika grenzübergreifend vergleichend analysiert werden, um ein zwischen allen Anwendern geteiltes Korpus von best practices zur erstellen und voneinander zu lernen.

RegioGuard-PRO wird gefördert im Rahmen der Richtline "Praxisleuchttürme der zivilen Sicherheit". Für die Praxisumsetzung und -erprobung arbeitet das DFKI intensiv mit den Anwendungspartnern Stadtverwaltung Trier und Deutsches Rotes Kreuz zusammen. Deutschlandweit entstehen im Rahmen des Projektes drei Demonstrationszentren für den KI-gestützten Bevölkerungsschutz an den Standorten Trier, Mainz und Wildau.

Partners

fuseki GmbH, Technische Hochschule Wildau, Fraunhofer EMI, Universität Freiburg, Stadtverwaltung Trier, Deutsches Rotes Kreuz Landesverband RLP

Contact Person

Dr.-Ing. Jan Ole Berndt Prof. Dr.-Ing. Ingo Timm Prof. Dr.-Ing. Ingo Timm

Keyfacts

Funding Authorities

BMFTR - Federal Ministry of Research, Technology and Space

13N17752

BMFTR - Federal Ministry of Research, Technology and Space