Der EU Council Presidency Translator - Maschinelle Übersetzung für Alle

Rückblick zum Ende der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020: Mit dem Vorhaben, Sprachbarrieren zu überwinden und Menschen die Kommunikation zu erleichtern, stellt der EU Council Presidency Translator neue Nutzungsrekorde auf. Insgesamt wurden während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft mehr als 150 Millionen Wörter maschinell übersetzt.

Der Presidency Translator wurde in den vergangenen sechs Monaten vielseitig eingesetzt und unterstützt seine Nutzer bei der Übersetzung von Webseiten (inklusive der offiziellen Webseite der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, http://eu2020.de), reinem Text und Dokumenten. Zudem wurden CAT-Tool (Computer-Assisted Translation) Plug-Ins für die Sprachendienste deutscher Ministerien zur Verfügung gestellt, um die Übersetzer*Innen bei dem hohen Aufkommen an notwendigen Übersetzungen in alle 24 EU-Sprachen zu unterstützen.

Der Großteil der Websiteübersetzungen wurde für die Website der deutschen EU-Ratspräsidentschaft erstellt. Diese kann mit nur einem Mausklick in alle 24 offiziellen EU-Sprachen übersetzt werden. Übersetzungen ins Französische und Englische werden dabei von Humanübersetzern zur Verfügung gestellt. Die übrigen 22 Sprachen können mit Hilfe des EU Council Presidency Translators abgedeckt werden. Die fünf am häufigsten genutzten Sprachen für die maschinelle Übersetzung von Websites sind dabei Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Bulgarisch und Polnisch.
 
Das Übersetzungssystem der EU-Ratspräsidentschaft hat nicht nur die Arbeit der deutschen Ratspräsidentschaft in der weltweiten COVID-19 Krise unterstützt, sondern auch der breiten Öffentlichkeit geholfen, sprachliche Herausforderungen zu überwinden. Mit Nutzern aus 139 Ländern wurde der Presidency Translator weltweit eingesetzt. Der EU Council Presidency Translator überzeugt durch die erfolgreiche Bündelung der Erfahrungen und Kompetenzen von führenden europäischen Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz aus Forschung (DFKI), Industrie (DeepL, Tilde) sowie des öffentlichen Sektors (durch eTranslation, das maschinelle Übersetzungssystem der Europäischen Kommission). Die Integrationsplattform wurde von Tilde entwickelt und arbeitet mit Übersetzungssystemen von DeepL, DFKI, eTranslation und Tilde. Sie beinhaltet u.a. Spezialsysteme, die in enger Zusammenarbeit mit den Übersetzer*Innen der Sprachendienste entwickelt und evaluiert wurden. Das Vorhaben des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz und dem Unternehmen für Sprachtechnologie und Lokalisierung Tilde wurde durch eine Zuwendung des Auswärtigen Amts unterstützt. 

Der Presidency Translator stellt einen Meilenstein europäischer Sprachtechnologie und von “AI made in Europe” auf dem Weg dar, Menschen die Kommunikation über Sprachbarrieren hinweg zu erleichtern. 
 

Beitrag teilen auf:

Presseresonanz

Der Medienspiegel des deutschen EU Council Presidency Translator.

Kontakt:

Prof. Dr. Josef van Genabith

Forschungsbereichsleiter Sprachtechnologie und Multilingualität, DFKI

Prof. Dr. Stephan Busemann

Stellv. Forschungsbereichsleiter Sprachtechnologie und Multilingualität, DFKI

Pressekontakt:

Reinhard Karger, M.A.

Unternehmenssprecher, DFKI

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
German Research Center for Artificial Intelligence