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Lernende Roboter, effiziente Datenanalysen und sichere KI-Systeme: ein Jahr DFKI Standort Darmstadt

Seit 2022 setzt das DFKI in Darmstadt den Fokus auf Systemische KI – die Kombination verschiedener KI-Methoden zu leistungsfähigen Gesamtsystemen. Was als Labor begann, ist heute ein fester DFKI-Standort. Zum einjährigen Bestehen kamen Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammen und erhielten Einblicke in die aktuellen Forschungsarbeiten der drei ansässigen Forschungsbereiche.

© Klaus Mai/DFKI
1. Reihe, sitzend, v. l. n. r.: Prof. Dr. Kristian Kersting (DFKI/TU Darmstadt), Prof. Dr. Kristina Sinemus (Digitalministerin, HMD); 2. Reihe, stehend v. l. n. r.: Dr. Werner Nickel (HMWK), Prof. Dr. Frank Hutter (Prior Labs), Torsten Leveringhaus (MdL), Hildegard Förster-Heldmann (MdL), Prof. Dr. Jan Peters (DFKI/TU Darmstadt), Prof. Dr.-Ing. Matthias Oechsner (TU Darmstadt), Prof. Dr. Antonio Krüger (DFKI), Peter Franz (MdL), Prof. Dr. Carsten Binnig (DFKI/TU Darmstadt)

Prof. Antonio Krüger, CEO des DFKI: "Um im globalen KI-Wettbewerb bestehen zu können und die digitale Souveränität Europas zu festigen, braucht es Mut, Weitsicht und Investitionen in sichere und verlässliche KI-Systeme. Die Kolleginnen und Kollegen in Darmstadt leisten mit ihrer exzellenten Arbeit auf dem Gebiet der Systemischen KI einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung der Kompetenzen und der Grundlagenforschung im DFKI. Damit setzen sie nachhaltige Impulse für Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Wir freuen uns sehr, dass Darmstadt ein so wertvoller und nun fester Teil der DFKI-Familie ist.“

Wissenschaftsminister Timon Gremmels musste kurzfristig seine Teilnahme absagen, übermittelte aber seine Glückwünsche zum einjährigen Bestehen: „Als Landesregierung begleiten wir das Zukunftsthema KI aktiv – sowohl mit der Förderung exzellenter Forschung als auch in der Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Industrie. Die TU Darmstadt spielt hier eine herausragende Rolle: Mit der erfolgreichen Einwerbung des Exzellenzclusters, Responsible Artificial Intelligence‘ hat die Hochschule ihre Exzellenz in der KI-Forschung bewiesen. Der neue DFKI-Standort in Darmstadt hilft, die Erkenntnisse gemeinsam mit den Partnern an den anderen Standorten und in anderen Bundesländern in die Praxis zu übertragen. Die schnelle Aufnahme in die Familie des DFKI zeigt, dass Hessen ein aktives KI-Ökosystem zu bieten hat, von dem beide Seiten profitieren.“

Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation: „Mit unserer ressortübergreifenden KI-Zukunftsagenda wollen wir Hessen dauerhaft als führenden KI-Standort stärken. Seit August 2025 fördern wir dafür den Aufbau eines Anwendungszentrums für KI und Quantencomputing am Zukunftscampus Bertramshof in Frankfurt, um Forschung, Technologieentwicklung und wirtschaftliche Anwendung gezielt zu verbinden. Der DFKI-Standort Darmstadt kann dabei als Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Praxis ein zentraler Partner und Innovationsbeschleuniger werden.“

Prof. Dr.-Ing. Matthias Oechsner, Vizepräsident für Forschung der TU Darmstadt: „Der DFKI-Standort ist ein integraler Baustein des dynamischen und leistungsstarken KI-Ökosystems, das wir rund um die TU Darmstadt und in Hessen stetig weiterentwickeln. In dieser vertrauensvollen Kooperation entstehen am Standort Darmstadt und im Zusammenwirken mit starken Partnerinnen und Partnern im DFKI, in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft kreative und mutige Ideen für eine systemische KI der Zukunft. Aus diesen Ideen entstehen jene innovativen Lösungen und Anwendungen, die es braucht, um die großen Veränderungsaufgaben für morgen und übermorgen wirkungsvoll zu bearbeiten. Das ist gelebte Verantwortung für eine gelingende Zukunft.“

Prof. Dr. Jan Peters, Standortsprecher und Leiter des Forschungsbereichs Systemische KI für lernende Roboter: „Ich freue mich, gemeinsam mit Kristian Kersting, Carsten Binnig und den Forschenden des DFKI Darmstadt Grundlagenforschung zu betreiben und die Blackbox KI zu durchleuchten. Mit unserer Arbeit verzeichnen wir Erfolge auf renommierten Konferenzen. Dadurch gestalten wir die Forschungslandschaft im Bereich der KI aktiv mit – gemeinsam mit unseren Partnern im DFKI sowie im hessischen KI-Ökosystem.“ 

Auf dem Weg zu autonomen Robotern

Damit Roboter eigenständig lernen können, arbeitet der Forschungsbereich „Systemische KI für lernende Roboter“ (SAIROL) unter der Leitung von Prof. Dr. Jan Peters an der Entwicklung von spezieller KI. Dafür nutzen die Forschenden unter anderem Reinforcement Learning und Simulationen. Dadurch soll es möglich werden, Roboter auch in dynamischen Umfeldern einzusetzen.

© Klaus Mai/DFKI
Prof. Dr. Jan Peters (DFKI/TU Darmstadt), Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus, Prof. Dr.-Ing. Matthias Oechsner (TU Darmstadt)

KI für den Menschen – aber sicher

KI ist mittlerweile in den Alltag der meisten Menschen eingebunden. Damit diese den Menschen bestmöglich unterstützt und keine negativen Auswirkungen hat, setzt sich der Forschungsbereich „Grundlagen der Systemischen KI“ (SAINT) von Prof. Dr. Kristian Kersting mit der AI Safety und nachvollziehbaren KI-Systemen auseinander. Ziel ist es, unerwünschtes Verhalten der Modelle sowie die zufällige Generierung schädlichen Outputs zu vermeiden. Dadurch wird KI für alle sicherer. Die Forschenden des Forschungsbereichs „Grundlagen der Systemischen KI“ präsentierten ein Pilot-System für das Krisenmanagement. Auf Basis der Beschreibung einer Krisensituation gibt das agentische KI-System Vorhersagen darüber ab, wie sich die verschiedenen involvierten Parteien verhalten könnten.Dadurch ist es möglich, Entscheidungen zu explorieren, die möglichst viele Faktoren berücksichtigen. So kann das Krisenmanagement in Politik und Gesellschaft vorausschauender gestaltet werden.

© Klaus Mai/DFKI
v.l.n.r.: Dr. Ing. Pratyush Agnihotri (DFKI), Prof. Dr. Carsten Binnig (DFKI/TU Darmstadt), Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus, Prof. Dr. Antonio Krüger (DFKI), Prof. Dr.-Ing. Philipp Slusallek (DFKI)

Schnelle Entscheidungen durch KI

Um gute Entscheidungen zu treffen, muss eine umfassende Datengrundlage vorliegen. Datenbasierte Entscheidungsfindung in Unternehmen und Institutionen setzt heute oft noch den manuellen Entwurf von Datenverarbeitungs- und Analysepipelines voraus. Der Prozess ist zeitintensiv und erfordert den Einsatz von Fachkräften. Außerdem ist das Timing entscheidend: Die relevanten Informationen müssen zum richtigen Zeitpunkt vorliegen. Angesichts der enormen Datenmengen, die weltweit jede Sekunde anfallen, ist es eine große Herausforderung, Daten schnell genug zu filtern und zu analysieren. Daten können dabei verschiedenste Formen haben: von geschriebenen Worten und Sensormesswerten über Audioaufnahmen bis hin zu Fotos und Videos. Um datengestützte Entscheidungsfindung einer breiten Masse auch ohne vertiefte Kenntnisse im Bereich Programmierung oder KI zugänglich zu machen, arbeiten die Forschenden des Forschungsbereichs „Systemische KI für Entscheidungsunterstützung“ (SAIDE) unter der Leitung von Prof. Dr. Carsten Binnig daran, das Design von Datenverarbeitungs- und Analysepipelines mithilfe von Systems-AI-Methoden zu automatisieren.