Rettungsleitstellen sind der erste Kontaktpunkt für jedes Hilfeersuchen – und geraten zunehmend unter Druck. Sie koordinieren die Maßnahmen und entscheiden über die Alarmierung von Kräften. Die Anforderungen steigen dabei von allen Seiten:
- mehr Einsätze bei weniger Ressourcen im Alltag - häufigere und intensivere Großlagen - neue Aufgaben aus dem Zivilschutz - Resilienz gegenüber hybrider Bedrohung
Künstliche Intelligenz könnte hier viel leisten – bei Lageanalyse, Übersetzung, Notrufabfrage, Triage oder Simulation. Doch in der Praxis ist ihr Nutzen bislang gering geblieben. Neue Technologien lassen sich in echten Leitstellen nicht risikofrei testen, und außerhalb fehlt eine realitätsnahe Umgebung. Deshalb überführt das Deutsche Rote Kreuz in diesem Projekt gemeinsam mit dem DFKI eine bestehende Integrierte Leitstelle in ein Praxislabor: Sicherheitstechnik wird zurückgebaut, Arbeitsplätze, Server, Stabsraum und Einsatzleitsystem bleiben. So entsteht eine Umgebung, die mit realen Systemen arbeitet, selbst aber keine kritische Infrastruktur mehr ist – in der Technologien getestet werden dürfen, bevor sie in den echten Einsatz gehen. Und in der sie auch scheitern dürfen, ohne dass jemand zu Schaden kommt.
Das DFKI trägt hierzu mit KI-Schnittstellen und einer einer Simulationsumgebung bei, welche realistische Testszenarien für die Anbindung von KI-gestützten Assistenzlösungen bereitstellt. Die Simulation bildet ein breites Spektrum an Szenarien ab, vom alltäglichen Einsatzgeschehen bis zu großen Katastrophen- und Zivilschutzlagen. Die Basis dafür sind reale Einsatzdaten und Vorarbeiten aus den Projekten SPELL und AKRIMA. Ein modularer Aufbau und ein webbasierter Editor machen sie für jedes Forschungsprojekt anpass- und erweiterbar.
Partner
Deutsches Rotes Kreuz Landesverband RLP

