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Projekt | PRIORITAS

Laufzeit:

Präklinische Rettungsmitteloptimierung durch ein intelligentes, optimierendes, ressourcenorientiertes IT-gestütztes Analysesystem

Eine schnelle und zielgerichtete Notfallversorgung erfordert komplexe Entscheidungen unter hohem Zeitdruck. Notrufbearbeitende in Integrierten Leitstellen müssen hierfür parallel sowohl medizinische, einsatztaktische als auch organisatorische Faktoren bewerten. Zur Stärkung der Entscheidungssicherheit und -qualität von Notrufbearbeitenden erforscht das Verbundprojekt PRIORITAS (Präklinische Rettungsmitteloptimierung durch ein intelligentes, optimierendes, ressourcenorientiertes IT-gestütztes Analysesystem) einen Ansatz für eine durch Künstliche Intelligenz (KI) gestützte adaptive Notrufabwicklung. Vom Status Quo hebt sich PRIORITAS unter anderem durch eine ganzheitliche Betrachtung von Rettungsketten im Kontext eines klar strukturierten digitalen Lagebildes ab. Dies soll einen Grundstein für konsistentere Alarmierungen legen, welche sowohl einer schnellstmöglichen Erstversorgung am Notfallort als auch einer Minimierung der Prähospitalzeit Rechnung tragen.

Durch die parallele Auswertung vielfältiger Informationen verschaffen sich Notrufbearbeitende u. a. einen Überberblick zum medizinischen Meldebild, verfügbaren Behandlungskapazitäten in Kliniken sowie Flugbedingungen für die Luftrettung. Der durch PRIORITAS erforschte Ansatz setzt hier durch die Anwendung von KI zur Augmentierung menschlicher Informationsverarbeitung an. Eine gezielte und gleichzeitig konsistente Mensch-KI Interaktion ist in diesem Zusammenhang essenziell für eine effektive Unterstützung in hochkritischen Situationen. Dieser Anforderung kommt PRIORITAS durch das Aufgreifen des Grundgedankens hinter dem etablierten Ansatz eines strukturierten, bzw. standardisierten, Abfrageschemas nach. Während ein Abfrageschema jedoch vor allem die Förderung von Konsistenz und Qualität im zwischenmenschlichen Dialog fokussiert, entsteht in PRIORITAS ein adaptives Schema, das Vergleichbares im Hinblick auf Mensch-KI Interaktionen bezweckt. Explizit festgelegt wird hierbei unter welchen Umständen welche KI-basierten Interventionen zulässig sind. Die Verlässlichkeit, die mit der Ausführung eines Schemas einhergeht, leistet dabei einen wichtigen Beitrag zu konsistenten, kontrollierbaren und letztlich hochwertigen Mensch-KI Interaktionen.

Das Verbundprojekt PRIORITAS wird von der DRF Stiftung gefördert und unter der Leitung des DFKI über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt. Die DRF Luftrettung bringt als Kooperationspartner ihre praktische Erfahrung und ihr Netzwerk ein. Das in PRIORITAS entwickelte Schema einer KI-gestützten, adaptiven Notrufabwicklung wird im Zuge des Projektes in einem Notrufabfragesystem implementiert. Das entstandene Schema wird dabei als Open-Source-Lösung veröffentlicht. Gemeinsam mit ausgewählten Leitstellen aus Baden-Württemberg werden im Projektverlauf die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für einen Probebetrieb von PRIORITAS abgestimmt.

Die mit PRIORITAS einhergehende Stärkung der Entscheidungskompetenzen von Notrufbearbeitenden birgt das Potenzial für breit über das Gesundheitswesen gestreute Mehrwerte: Während frühzeitigere und zielgerichtetere Alarmierungen medizinische Versorgungsleistungen vor Ort optimieren, entstehen für Einsatzkräfte sowohl stabilere als auch erfolgreichere Einsatzabläufe. Krankenkassen und Trägerschaften profitieren zudem von einer Hebung von Einsparpotenzialen, da bereits initial geeignete Krankenhäuser angesteuert und suboptimale klinische Erstversorgungen sowie erforderliche Sekundärtransporte vermieden werden.

Kontakt

Carsten Maletzki, M.Sc.

Keyfacts

Fördergeber

DRF Stiftung

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DRF Stiftung