Vorsorge statt Reaktion: Eine neue Kultur im Umgang mit Risiken
Unsere Gesellschaft reagiert in vielen Fällen erst dann auf Krisen, wenn der Schaden bereits eingetreten ist. Dabei zeigt sich immer deutlicher, dass selbst kleine Störungen – wie unterbrochene Lieferketten oder fehlende Informationen – kaskadierende Auswirkungen haben können. Ein rein reaktives Handeln reicht in komplexen Bedrohungslagen nicht mehr aus.
Am 1. Januar 2026 ist daher das Projekt RESILIA – Innovationshub zur Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz gestartet. RESILIA führt Akteure aus Zivilgesellschaft, Sicherheitsbehörden und der Bundeswehr zusammen, um eine nachhaltige Vorsorgekultur in Deutschland zu verankern und die Grundlagen für ein koordiniertes Handeln in Krisensituationen zu schaffen.
Im Zentrum des Vorhabens stehen drei miteinander verknüpfte Lern- und Testumgebungen:
-Stationäres Labor (Berlin Ostbahnhof): Eine praxisnahe Umgebung für interaktive Formate. In speziell entwickelten Escape Games bewältigen Teilnehmende gemeinsam nachgestellte Szenarien wie Stromausfälle oder Cyberangriffe. Das Labor steht ab 2027 interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Buchung offen.
-Mobiles Labor: Bringt die spielerischen Trainingsformate flexibel in andere Städte, an Orte wie Schulen oder verschiedene Veranstaltungen und passt diese an lokale Rahmenbedingungen an.
-Digitales Labor: Stellt virtuelle Plattformen mit KI-gestützten, adaptiven Szenarien für ortsunabhängiges Training, insbesondere in Form von Serious Games, bereit.
Alle drei Labore sind über einen digitalen Zwilling miteinander verbunden, der vom Forschungsbereich Kognitive Sozialsimulation in Trier entwickelt wird. Dieser bildet komplexe Krisensituationen ab, verknüpft reale Entscheidungsprozesse mit gamifizierten Elementen und generiert wertvolle Daten für die Weiterentwicklung von KI-Systemen sowie für Wirkungsanalysen.
RESILIA schafft eine offene Infrastruktur an der Schnittstelle von Forschung, Simulation und praktischer Anwendung. Das Projekt stärkt die Widerstandsfähigkeit von Bevölkerung und Organisationen, optimiert die Zusammenarbeit zwischen Akteuren und baut die Position Deutschlands in der KI-gestützten Resilienzforschung nachhaltig aus.
Partner
Berliner Feuerwehr, Akademie der Katastrophenforschungsstelle, Freie Universität Berlin, Helmut Schmidt Universität – Arbeitsgruppe Prof. Jörg Felfe, Helmut Schmidt Universität – Lehrstuhl Hybrid Intelligence,


