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KI für die Erdbeobachtung

Jeden Tag liefern Satelliten enorme Mengen an Daten über unsere Erde – von Vegetationszuständen über Wasserstände bis hin zu klimatischen Veränderungen. Für Menschen allein sind diese Datenfluten kaum zu überblicken. Der Forschungsbereich Smarte Daten und Wissensdienste befasst sich daher mit der Entwicklung KI-gestützter Verfahren, die Rohdaten effizient auswerten und in handlungsrelevantes Wissen überführen können. Maschinelle Lernverfahren ermöglichen es, Muster zu erkennen, Anomalien zu identifizieren und Entwicklungen präzise zu prognostizieren – eine wertvolle Grundlage für Entscheidungen in Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. 

© ESA/ATG medialab
Sentinel-2-Satelliten des europäischen Copernicus-Programms erstellen hochauflösende multispektrale Aufnahmen der Erdoberfläche.

Ein besonders greifbares Anwendungsbeispiel liefert die Landwirtschaft: Forschende haben ein KI-System entwickelt, das die Planung landwirtschaftlicher Tätigkeiten effizienter gestaltet, Risiken minimiert und den Ressourceneinsatz optimiert. Mithilfe von Satellitendaten und maschinellem Lernen werden dafür Umweltbedingungen in Echtzeit analysiert – von Wetter und Bodenbeschaffenheit bis hin zum Vegetationszustand. So können Landwirt:innen präzisere Entscheidungen treffen, angefangen beim optimalen Zeitpunkt der Aussaat bis hin zur Ernte. 

Ein weiteres Forschungsfeld ist die Entwicklung digitaler Zwillinge der Erde. Diese virtuellen Modelle integrieren zahlreiche Datenquellen, alles voran Satellitendaten, die flächendeckende, aktuelle Informationen über Klima, Vegetation, Wasserstände und Urbanisierung liefern. Auf dieser Grundlage können Klima-, Umwelt- und Urbanisierungsszenarien simuliert und vorausschauende Analysen durchgeführt werden. 

Prof. Dr. Andreas Dengel, Leiter Smarte Daten & Wissensdienste

„Daten allein sind wertlos – erst durch intelligente Analyse werden sie zu Wissen. Mit KI-Verfahren lassen sich Naturgefahren frühzeitig erkennen, Ressourcen effizienter nutzen und zukünftige Entwicklungen simulieren. Digitale Zwillinge der Erde eröffnen die Möglichkeit, Klima- und Umweltverläufe vorausschauend zu verstehen und darauf basierend fundierte Handlungsoptionen zu entwickeln.“

Prof. Dr. Andreas Dengel, Leiter Smarte Daten & Wissensdienste

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Testanlagen:

  • Kraterlandschaft: Simulation von Mond- und Marsbedingungen mit bis zu 45° Steigung.
  • Maritime Explorationshalle: Unterwasser- und Schwerelosigkeitsexperimente mit Motion-Tracking.
  • Virtual-Reality-Lab: Immersive Testumgebung für Simulation, Missionskontrolle und Teleoperation.
  • ISO-konformer Reinraum: Integration und Qualitätskontrolle von Hardware und Elektronik.

Feldtests weltweit:
Erprobung unter weltraumanalogen Bedingungen auf der Erde, z.B. in Wüsten, Lavahöhlen oder eisbedeckten Gewässern.

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Um neue KI-Technologien und -Anwendungen für die zivile Raumfahrt zu entwickeln, haben die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und das DFKI das ESA_Lab@DFKI gegründet.

Am Transferlab in Kaiserslautern arbeiten Forschende beider Einrichtungen gemeinsam an

  • KI-Systemen zur Auswertung komplexer Erdbeobachtungsdaten
  • Lösungen zur Kollisionsvermeidung von Satelliten

So entsteht ein enger Austausch zwischen Forschung und Raumfahrtpraxis.