KI beeinflusst, wie Märkte funktionieren und wird zunehmend vom Werkzeug zum eigenständigen wirtschaftlichen Akteur. Die Gruppe in Osnabrück entwickelt Antworten auf die Frage, welche Märkte entstehen, wenn KI-Systeme Leistungen autonom erstellen, anbieten und verhandeln. Dabei ist die Gestaltung von KI-nativen Geschäftsmodellen und die dafür erforderlichen technischen und organisatorischen Voraussetzungen von Interesse. Außerdem wird das Zusammenwirken verschiedener Akteure und die Orchestrierung komplexer Angebote in Wertschöpfungssystemen untersucht. Dies geschieht auch vor dem Hintergrund regulatorischer Rahmenbedingungen wie dem EU AI Act und dem EU Digital Markets Act.
Dr. Friedemann Kammler, Leiter von „Intelligente Märkte“ am DFKI:
„Wenn KI-Systeme eigenständig Transaktionen mit Menschen oder anderen KI-Systemen abschließen, verändern sich die Anforderungen in der Wirtschaft grundlegend. Diese Entwicklung zu verstehen und zu gestalten ist hochrelevant. Der Standort Niedersachsen mit seiner starken Industrie- und Mittelstandsbasis liefert dafür ein ideales Umfeld: Hier treffen traditionelle Wertschöpfungsstrukturen auf neue Marktlogiken. Wir legen mit unserer Forschung die Grundlage, auf der Unternehmen ihre Transformation erfolgreich aufbauen können.“
Die Forschung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Industrie- und Forschungspartnern und wird an realen Anwendungsfeldern unterschiedlicher Branchen erprobt, beispielsweise in industriellen Ökosystemen und deren Reparatur- und Kreislaufmärkten, in der Koordination von Flotten und Logistikprozessen sowie in der Transformation der Finanzwirtschaft.
Dr. Friedemann Kammler ist promovierter Wirtschaftsinformatiker. Er studierte an der Universität Osnabrück und der Yeditepe Üniversites in Istanbul. Forschungsaufenthalte führten ihn an die QUT Brisbane nach Australien und die University of Goroka in Papua-Neuguinea.
Von 2020 bis 2023 war Kammler bereits als stellvertretender Forschungsbereichsleiter am DFKI beschäftigt. Dort hat er am Aufbau des DFKI-Standorts Niedersachsen mitgewirkt, bevor er als Head of Product zur UNEOS AG, einer Fintech-Tochter der Volksbank Freiburg, in die Finanzwirtschaft wechselte. 2026 kehrte er an das DFKI zurück und übernimmt nun die Leitung des Forschungsbereichs.
Der Forschungsbereich „Intelligente Märkte“ bildet zusammen mit dem Bereich „Kooperative und autonome Systeme“ in Osnabrück und den beiden Oldenburger Forschungsbereichen „Marine Perception" und „Interaktives Maschinelles Lernen" das DFKI Niedersachsen.

