Beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung zeigte das DFKI gemeinsam mit den Projektpartnern des Projekts KI-Kompass Inklusiv im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), wie KI-gestützte Assistenzlösungen Barrieren am Arbeitsplatz, in der Bildung und im Alltag abbauen können. Am Stand wurde ausprobiert, gefragt, diskutiert – und sichtbar, wie groß die Neugier ist, wenn Technologien konkret erfahrbar werden.
Im Mittelpunkt standen am Markt verfügbare Anwendungen, die den Zugang zur digitalen Welt erleichtern: etwa unter anderem eine Computersteuerung, die über Kopfbewegungen und Mimik bedient wird, sowie Werkzeuge zur Vereinfachung von Texten. Der Technologie-Monitor des Projekts diente als Wegweiser durch die wachsende Landschaft verfügbarer Lösungen und Einsatzszenarien. Das Publikum war so vielfältig wie die Fragen: Menschen mit Behinderungen, Reha-Fachkräfte, Lehrende, Studierende, Mitarbeitende aus Behörden – viele mit sehr unterschiedlichen Vorerfahrungen. Die Reaktionen reichten von Aha-Momenten bis zu konkreten Anwendungsideen, etwa für Menschen mit Parkinson, für Kinder oder für Personen, die Deutsch noch lernen.
Ein Thema prägte zahlreiche Gespräche: die Finanzierung. Sobald der Nutzen einer Technologie erkennbar war, folgte häufig die Frage, wer die Anschaffung ermöglicht und welche Förderinstrumente infrage kommen. Der Beratungsbedarf ist hoch – sowohl bei Einzelpersonen als auch bei Einrichtungen und Trägern. Zugleich wurden Risiken offen angesprochen: die Sorge, dass Assistenzlösungen Fähigkeiten schwächen könnten, Debatten um Datenschutz und der Blick auf mögliche Folgen für Arbeitsplätze. Das Projekt greift diese Fragen auf, unter anderem über einen Ethik-Check und mit Beiträgen im Wissenspool, die Orientierung bieten und zur Einordnung beitragen. Deutlich wurde zudem, wie sehr verständliche Informationen und alltagsnahe Beispiele zählen – und wie wichtig es ist, den Projektrahmen klar zu benennen, um Missverständnisse zu vermeiden.
Der Austausch reichte bis in Politik und Verwaltung: so präsentierte das Team das Projekt auch Bundesministerin Bärbel Bas, Staatssekretär Dr. Michael Schäfer und Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, und demonstrierte Ihnen ausgewählte Assistenztechnologien.
Das spürbare Interesse und die positiven Rückmeldungen machten deutlich: Das Projektteam und das BMAS sind auf dem richtigen Weg, Innovation und Inklusion in der Arbeitswelt verstärkt zu verbinden und zu fördern.
Die Eindrücke aus den Gesprächen fließen nun in die weitere Arbeit des Projekts ein. Geplant sind zusätzliche Praxisbeispiele, ein ausgebautes Informationsangebot zu Förderwegen und die Weiterentwicklung des Technologie-Monitors – mit dem Ziel, Orientierung zu schaffen und Hürden beim Zugang zu passenden Lösungen weiter zu senken
Wer sich informieren möchte, findet im Technologie-Monitor und im Wissenspool auf der Projekt-Webseite aktuelle Einordnungen, Beispiele und Hinweise. Die Erfahrungen vom Wochenende zeigen: Wenn Technologien verständlich erklärt, verantwortungsvoll umgesetzt und verlässlich finanziert werden, können sie konkrete Barrieren abbauen.
Das Projekt KI-Kompass Inklusiv wird vom Forschungsbereich Educational Technology des DFKI (Konsortialleitung) gemeinsam mit den Projektpartnern Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke e.V., Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Meschen e.V. und Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e.V. durchgeführt. KI-Kompass Inklusiv wird bis September 2027 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aus den Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert.