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Projekt | pAIn-awAI

Laufzeit:
Personalisierte postoperative Schmerztherapie mit hybrider KI

Personalisierte postoperative Schmerztherapie mit hybrider KI

In Deutschland wurden im Jahr 2022 nahezu 16 Millionen operative Eingriffe vollstationär durchgeführt. Trotz des rasanten medizinischen Fortschritts der letzten Jahrzehnte leidet mindestens ein Drittel der PatientInnen unter starken postoperativen Schmerzen. Diese unzureichende Therapie führt zu einer unmittelbaren Beeinträchtigung der Erholung nach der Operation, hat darüber hinaus aber auch kurz- und langfristige negative Folgen, wie verlängerte Krankenhausaufenthalte, verzögerte Rückkehr ins Erwerbsleben und die Chronifizierung von Schmerzen. Das erhöht Folgekosten und mindert die Lebensqualität erheblich. Die Regionalanalgesie hat das größte Potential, Schmerzen nach großen Operationen effektiv zu lindern, da sie durch die lokale Verabreichung von Medikamenten direkt an die entsprechenden Nerven die Schmerzweiterleitung zum Gehirn unterbricht. Der Komplexitätsgrad einer individualisierten Schmerztherapie ist ursächlich dafür, dass trotz verfügbarer Therapieoptionen ein Großteil der PatientInnen nach Operationen weiterhin inakzeptable Schmerzen leidet.

Exemplarisch für alle verfügbaren Schmerztherapieverfahren werden in pAIn-awAI Therapiedaten von über 100.000 Patienten mit Katheter-Periduralanästhesie genutzt, um individualisierbare Therapiekomponenten zu beschreiben. Anhand dieser werden klinische Regeln definiert, welche die Entwicklung eines prototypischen KI-basierten Simulationstools für die individuell optimierte Schmerztherapie ermöglichen. Dazu werden neurosymbolischen Modelle entwickelt, die symbolische und subsymbolische Methoden kombinieren. Eine der größten Hürden, KI-basierte Therapievorschläge in der Praxis zu nutzen, ist deren Nachvollziehbarkeit. Ein besonderer Schwerpunkt wird daher sein, durch die Verwendung neurosymbolischer KI die Nachvollziehbarkeit der aufgestellten Regeln zu ermöglichen, um die Akzeptanz KI-basierter Therapievorschläge in der Praxis zu verbessern. Bei deutschlandweit jährlich mehr als 5 Millionen PatientInnen mit unzureichend behandelten Schmerzen besteht ein enormes Potential, Komplikationen und Schmerzchronifizierung vorzubeugen, die Genesung zu beschleunigen und Gesundheitskosten zu senken.

Partner

Universität des Saarlandes, Lehrstuhl für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin und Schmerztherapie

Fördergeber

BMFTR - Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt

03WIR5622B

BMFTR - Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt