Skip to main content Skip to main navigation

KI für nachhaltigen Fährverkehr: Auszeichnung für Eco-Crossing unterstreicht Potenzial datenbasierter Lösungen

| Umwelt & Energie | Autonome Systeme | Preise & Auszeichnungen | Marine Perception | Osnabrück / Oldenburg | Pressemitteilung

Während die Transformation der Schifffahrt häufig mit alternativen Antrieben oder neuen Kraftstoffen verbunden wird, rückt ein weiterer Hebel zunehmend in den Fokus der Forschung: die intelligente Nutzung vorhandener Daten. Welches Potenzial dieser Ansatz für eine nachhaltigere Mobilität bietet, zeigt das Forschungsprojekt Eco-Crossing, das jetzt mit dem 3. Platz des Laeisz-Preises 2026 ausgezeichnet wurde.

© DFKI

Gemeinsam entwickeln die Jade Hochschule, die FBS – Fähren Bremen-Stedingen GmbH und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) ein intelligentes Assistenzsystem für die Schiffsführung. Es verknüpft Wetter-, Strömungs-, Tide- und Betriebsdaten und berechnet daraus energieeffiziente Fahrstrategien. Modellrechnungen zeigen Einsparpotenziale von mehr als 20 Prozent beim Treibstoffverbrauch sowie bis zu 159 Tonnen CO₂ und rund 30.000 Euro Betriebskosten pro Fähre und Jahr.

Dr. Frederic Theodor Stahl, Leiter des Forschungsbereichs „Marine Perception“ am DFKI Niedersachen in Oldenburg

„Eco-Crossing steht beispielhaft dafür, wie Künstliche Intelligenz aus Daten konkrete Handlungsempfehlungen ableiten kann, mit dem Ziel, Ressourcen zu schonen und nachhaltige Mobilität in der Praxis voranzubringen“.

Dr. Frederic Theodor Stahl, Leiter des Forschungsbereichs „Marine Perception“ am DFKI Niedersachen in Oldenburg

Über den konkreten Anwendungsfall hinaus verweist Eco-Crossing auf eine Entwicklung, die sich in vielen Bereichen der angewandten KI beobachten lässt. Immer häufiger kommen intelligente datenbasierte Verfahren zum Einsatz, um komplexe technische Systeme effizienter zu steuern – etwa in der Energieversorgung, im Wassermanagement oder im Umweltmonitoring. Die eigentliche Innovation liegt dabei weniger in neuer Hardware als in der intelligenten Nutzung vorhandener Daten.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in zahlreichen Forschungsprojekten des DFKI wider. Die Projekte zeigen, wie Künstliche Intelligenz dazu beitragen kann, bestehende Infrastrukturen ressourcenschonender zu betreiben, Umweltveränderungen präziser zu erfassen und komplexe Systeme intelligenter zu steuern. Einen Überblick über ausgewählte Projekte gibt die Infobox. 

Felix Becker, Forschungsbereich Marine Perception am DFKI Niedersachen in Oldenburg

„Die Auszeichnung bestätigt den hohen gesellschaftlichen Nutzen anwendungsorientierter KI-Forschung. Sie zeigt zugleich, wie wichtig die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen ist, um innovative Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln.“

Felix Becker, Forschungsbereich Marine Perception am DFKI Niedersachen in Oldenburg

Die Auszeichnung für Eco-Crossing ist damit mehr als die Anerkennung eines einzelnen Forschungsprojekts. Sie macht deutlich, welche Rolle Künstliche Intelligenz dabei spielen kann, bestehende Infrastrukturen nachhaltiger zu betreiben, und wie anwendungsorientierte Forschung dazu beiträgt, ökologische und wirtschaftliche Anforderungen miteinander zu verbinden.

Preisträger
Preisträger (v. l. n. r.): Anael Ngome und Prof. Dr. Christian Denker, Jade Hochschule; Felix Becker, Marine Perception am DFKI; Alexander Büchel, Jade Hochschule; Dr. Frederic Stahl, Marine Perception am DFKI; Prof. Dr.-Ing. Nick Rüssmeier, Jade Hochschule @ Victoria Ungerer-Benz, Jade Hochschule
Laeizs-Preis
Laeizs-Preis

Beispiele aus der DFKI-Forschung zu KI und Nachhaltigkeit

AI-REEFSHIELD
Autonome KI-Systeme unterstützen das Monitoring und den Schutz mariner Ökosysteme.
HAI-x
Erklärbare KI verbessert das Monitoring von Binnengewässern und unterstützt ein nachhaltiges Gewässermanagement.
SOWEKI
KI verknüpft Wasser- und Energiesektor, um den Energieeinsatz in der Trinkwasserversorgung effizienter zu steuern.

Das DFKI entwickelt KI-Lösungen unter anderem für Biodiversität, Umweltmonitoring, Kreislaufwirtschaft sowie nachhaltige Anwendungen in Energie, Industrie und Ressourcenmanagement.

Fördergeber:
Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Pressekontakt:

Communications & Media Niedersachsen